Rheinische Post am 05.12.2025
Begeisterte Zuhörer feierten den Abschluss des Orgelherbstes
Nicolas de Troyer gastierte beim Orgelherbst
VON WOLFGANG DAHMS | KLEVE
Das Abschlusskonzert des siebten Internationalen Orgelherbstes in der Düffelt gestaltete Nicolas de Troyer, Titularorganist an der Sankt-Bavo-Kathedrale im belgischen Gent. Er führte damit die Reihe bedeutender Domorganisten weiter, die bereits an der historischen Rütter-Orgel in Düffelward konzertierten. Nach der Begrüßung durch Diakon Klaus Venhofen und den Vorsitzenden des Förderkreises, Dieter Paeßens, stellte der ausführende Künstler die Gründe für seine Konzertauswahl vor und gestand freimütig, noch nie zuvor etwas von dem Ort Düffelward und dem historischen Instrument hier gehört zu haben. Das werde sich jedoch zukünftig ändern. Trotz des schlechten Wetters war das Gotteshaus in Düffelward gut besucht. Der Internationale Orgelherbst hat sich über die Jahre eine treue Zuhörerschaft erworben. Und der Organist? Der kam nach Düffelward mit einfühlsam und präzise auf die historische Rütter-Orgel ausgerichteter Literaturauswahl, die die unterschiedlichen klanglichen Möglichkeiten des Instrumentes zum Klingen brachten. Etwa beim barocken „Präludium und der Fuga in a-moll (BWV 904)“ des großen Johann Sebastian Bach und der „Nr.V“ aus den „Studien in kanonischer Form opus 56“ des bedeutenden deutschen Romantikers Robert Schumann.
Zum Gesamteindruck: Nicolas de Troyer begeisterte beim Abschlusskonzert mit großer Musikalität und höchster technischer Fertigkeit. Gerade auch bei der „Fughetta opus 29“ von Alexandre Guilmant blieben die Stimmen, selbst bei hohem Tempo, transparent und klar gezeichnet. Eine kleine Hommage an seine belgische Heimat gab Nicolas de Troyer am Ende des Konzertes mit den drei Werken „Fanfare – Cantabile – Finale“ des belgischen Komponisten Jacques-Nicolas Lemmens, Professor an der Musikhochschule in Brüssel. Ein wunderbar zartes und fein gezeichnetes Cantabile, umrahmt von zwei klangvollen Werken, die noch einmal die „großen“ Möglichkeiten der nur zehn Register zählenden historischen Rütter-Orgel aufzeigte, wenn man denn die „Kunst der Registratur“ so beherrscht wie de Troyer.
Dankbarer und stehender Applaus der begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörer gab es am Ende für den ausführenden Künstler. Und dankbar kann man auch dem rührigen Förderverein sein, dem es immer wieder gelingt, hochkarätige Organistinnen und Organisten für die Orgelmusik in der Düffelt zu gewinnen. Das Programm für das nächste Jahr ist bereits geplant.
