Förderkreis "Musica Sacra" in der Düffelt e.V.
Der Förderkreis "Musik kennt keine Grenzen" - die grenzüberschreitende Perspektive des Förderkreises "Musica Sacra "in der Düffelt e.V. Die Konzertagenda / Termine Die Konzertreihe Classic for Kids Presseschau Die historische Orgeln der Düffelt ➤ Rütter-Orgel (1852) in St. Mauritius Düffelward ➤ Heynemann-Orgel (1778) in St. Martinus Bimmen ➤ Smits-Orgel (1864/65) in St. Laurentius Kekerdom (NL) Mitgliedschaft / Sponsoring CD Klangimpressionen Kontakt Datenschutz Impressum

Förderkreis "Musica Sacra" in der Düffelt e.V.

Ein Wort vorweg

"Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist."
Victor Hugo (1802 – 1885)
franz. Schriftsteller und Politiker

Liebe Freudinnen und Freunde der "Musica Sacra",

es freut uns sehr, dass Sie auf die Seite des Förderkreises "Musica Sacra" in der Düffelt e.V. gestoßen sind, auf der Sie sich über den Förderkreis, die Konzertreihe, die historischen Orgeln der Region Düffelt, die auf diesen Instrumenten eingespielte CD und die Möglichkeiten der Unterstützung unseres Förderkreises informieren können.

Die Konzertreihe, die 1993 ihren Anfang nahm, hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer am Niederrhein fest etablierten kulturellen Veranstaltungsreihe entwickelt, die insbesondere den Freund:innen der geistlichen Orgelmusik immer wieder besondere musikalische "Leckerbissen" bereitet. Musikalische Qualität ist dem Föderkreis dabei ein nachhaltiges Anliegen, die durch Konzertorganist:innen von internationalem Renomee, aber auch durch die Kirchenmusiker:innen der Region und Nachwuchstalente von unterschiedlichen deutschen und niederländischen Musikhochschulen bewerkstelligt wird.

Dabei ist es Ziel der Konzertreihe, "eine Art Klanglabor der Glaubensbefragung" zu sein, das die Türen zu den "Wunderkammern des Unsagbaren" (Ansgar Wallenhorst) weit aufstößt.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Freude beim Stöbern auf dieser Website und wir würden uns ausgesprochen darüber freuen, Sie bei unseren Konzerten begrüßen zu dürfen!


Dieter Paeßens
1. Vorsitzender des Förderkreises
„Musica Sacra“ in der Düffelt e.V.
Gütchen 14, 47533 Kleve-Kellen
Tel.: 02821 / 93500
E-Mail: dieter.paessens@web.de

Der Förderkreis "Musica Sacra" in der Düffelt e.V.

Seit der Restaurierung der historischen Rütter-Orgel im St. Mauritius Düffelward im Jahre 1993 finden dort regelmäßig Orgelkonzerte statt. Um insbesondere aber die Finanzierung der Gastorganist:innen zu bewerkstelligen, gründete sich im April 2000 der Förderkreis „Musica Scara“ in der Düffelt als eingetragener Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat – auch über Düffelward hinaus und grenzüberschreitend – Konzerte an den historischen Orgeln der niederrheinschen Region „Düffelt“, dem Landstrich zwischen Kleve und Nijmegen, zu veranstalten. Ziel ist es dabei, die historischen Orgeln der Düffelt diesseits und jenseits der Grenze durch Konzerte mit professionellen (Konzert-)Organisten weiter ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Dabei stehen die Orgeln in St. Mauritius Düffelward (Rütter 1856), die Heynemann-Orgel in St. Martinus Bimmen (1778) und im niederländischen Kekerdom die Orgel der Laurentiuskerk (Smits 1864/65) im Fokus. Alle drei Instrumente stehen unter Denkmalschutz und stellen einen unschätzbaren historischen Wert dar. Der Eintritt zu allen Konzerten des Förderkreises „Musica Sacra“ in der Düffelt e.V. ist frei. Kollektengelder können nach Maßgabe des Vorstandes einem sozial-karitativen Zweck zugeführt werden. So wird die traditionelle Passionsmusik am Karfreitag alljährlich als Benefizkonzert veranstaltet.

"Musik kennt keine Grenzen" - die grenzüberschreitende Perspektive des Förderkreises "Musica Sacra" in der Düffelt e.V.

Von besonderer Bedeutung ist aber die langjährig gewachsene grenzüberschreitende Arbeit, die die internationale und interkulturelle Sprache der Musik besonders zur Geltung bringen kann. Richard von Weizsäcker, der ehemalige deutsche Bundespräsident, hat es treffend einmal so formuliert: „Musik widerlegt nicht die Barrieren, die es unter uns Menschen gibt. Sie erspart uns nicht die Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen, mit dem Recht und Unrecht von Grenzen. Aber Musik hält sich nicht daran. Sie überwindet den Absolutheitsanspruch einer Grenze. Damit verbindet sie Menschen über alle Schranken hinweg in einem tiefen Sinn. Über Grenzen politischer Macht, über Zäune des Glaubens, über die Gräben der Ideologien und über die Distanz der Generationen und der Zeit. Die Musik spricht in allen Sprachen. Das Ohr nimmt die Grenze nicht wahr, und dabei hört es bei der Musik genauer und feiner als beim gesprochenen Wort. Es ist wie eine Art Pfingstwunder: Bei der Musik hören die Ohren in allen Sprachen“. In dieser pfingstlichen Gesinnung lädt der Förderkreis "Musica Sacra" in der Düffelt zu seinen Konzerten ein.

Die Konzertagenda / Termine

Einladung zu den Konzerten per E-Mail

Weiterhin baut der Förderkreis seine Datenbank aus, in der alle Freund:innen, Förderer, Mitglieder, Konzertbesucher:innen und sonstige Interessent:innen des Förderkreises "Musica Sacra" in der Düffelt e.V., die das wünschen, verzeichnet sind. Alle Interessent:innen werden dann per E-Mail rechtzeitig über alle Konzerte mit dem entsprechenden Programm und Ausführungen zum Interpreten eingeladen. Wenn Sie dort verzeichnet werden wollen, füllen Sie das untenstehende Formular aus.



Die Konzertreihe

Neben den hauptamtlichen Kirchenmusiker:innen der Region und der näheren Umgebung fühlt sich der Förderkreis "Musica Sacra" in der Düffelt e.V. auch der Nachwuchsförderung verpflichtet. So gibt er in seiner Konzertreihe auch immer wieder jungen Organist:innen die Möglichkeit, ihr Können einem öffentlichen Publikum vorzustellen. Darüber hinaus gelingt es dem Förderkreis regelmäßig, international geachtete und renommierte Konzertorganist:innen zu verpflichten. So spielten im Laufe der Jahre Ewald Kooimann, Tomasz Adam Nowak, Jos van der Kooy, Thierry Mechler, Pieter van Dijk, Johannes Geffert, Leo van Doeselaar, Ansgar Wallenhorst, Roland Maria Stangier u.a. Auch die Reihe am „Domorganisten an den historischen Orgeln der Düffelt“ zog schon viele namhafte Domorganisten an den Niederrhein: So u.a. Peter Planyavski (Wien), Winfried Bönig (Köln), Josef Still (Trier), Tomas Schmitz (Münster), Jürgen Kursawa (Essen), Norbert Richtsteig (Aachen), Jan Hage (Utrecht), aber auch die Domorganisten der Region Matthias Zangerle, Wolfgang Schwering (Viktor-Dom Xanten) und Ansgar Schlei (Willibrordi-Dom Wesel) waren schon zu Gast in der Düffelt. Neben der Orgelmusik werden mitunter auch andere Ensembles und Instrumentalist:innen in das musikalische Programm einbezogen. Ziele des Förderkreises ist es, dass diese klangschönen Orgeln der Düffelt neben den Gottesdiensten auch im konzertanten Zusammenhang erklingen „ad majorem Dei gloriam – zur höheren Ehre Gottes!“


Das Programm kann hier heruntergeladen werden.

Classic for Kids

Unter dem Leitwort "classic for kids" möchte sich der Förderkreis "Musica Sacra" in der Düffelt e.V. zunehmend in seiner Arbeit auch verstärkt um musikpädagogische Aspekte in der Vermittlung von klassischer Musik im Kindesalter widmen. Beseelt ist er an dieser Stelle vom Traum des international renommierten amerikanischen Dirigenten Kent Nagano, der in seinem Buch "Erwarten Sie Wunder- Except the unexcept!" seinen Traum träumt: "Ich träume von einer Welt, in der jeder Mensch die Chance hat, Zugang zur klassischen Musik zu finden – unabhängig von Bildungsstand und Herkunft." An diesem Traum will der Förderkreis nun aktiv mit einem ersten Konzert für die ganz Familie mitwirken.

Im Vorfeld dieses Familienkonzertes veranstaltet der Förderkreis "Musica Sacra in der Düffelt e.V." einen prämierten Malwettbewerb zu der Geschichte von "Peter und der Wolf". Alle Kinder sind herzlich eingeladen ihr Bild (Din A4 auf der Rückseite bitte mit Namen, Alter, Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnr. versehen) bis zum 30.04.2023 einzusenden an Kath. Pfarramt St. Willibrord Kleve, Willibrordstr. 21, 47533 Kleve. Die Gewinner*innen in den unterschiedlichen Altersstufen werden vor dem Konzert ausgezeichnet.

So, nun würden wir uns sehr freuen, wenn die Idee zündet und viele Kinder / Familien in den Genuss des Konzertes und der damit verbundenen Aktivitäten kommen. Denn: Musik hat eine inspirierende Wirkung auf Kinder und fördert nebenbei auf vielfältige Weise deren Entwicklung (Intelligenz, Kreativität, Sozialverhalten). Vielen Studien zufolge ist Musik nämlich ein sehr wichtiger Faktor für die Entwicklung des kindlichen Gehirns. Bitte unterstützen Sie daher mit klassischer Musik die Entwicklung Ihrer Kinder!

Weitere Veranstaltungen dieser Art sollen folgen. Bitte beachten Sie dazu die Hinweise auf unserer Homepage und in der örtlichen Presse.

Presseschau

Rheinische Post am 02.12.2023

Ein würdiger Abschluss des internationalen Orgelherbstes

Professor Theo Jellema, Stadtorganist im niederländischen Leeuwarden, zog das Publikum in Düffelward in seinen Bann.

VON WOLFGANG DAHMS | KLEVE


Eigentlich war für das Abschlusskonzert des Orgelherbstes in Düffelward der renommierte niederländische Stadtorganist von Papendrecht, André de Jager, eingeladen gewesen, so erläuterte es Dieter Paeßens, der Vorsitzende des Fördervereins. Doch bereits Ende 2022 musste de Jager seine Teilnahme wegen einer schweren Tumor-Erkrankung, der er im Februar 2023 erlag, absagen. Mit Professor Theo Jellema, Stadtorganist im niederländischen Leeuwarden, konnte einer der führenden Organisten des Nachbarlandes gewonnen werden, dessen Name schon lange auf der Wunschliste der Veranstalter stand.

Zu Beginn erklang eine Improvisation von Jellema über das „Requiem aeternam“ in Erinnerung an den verstorbenen André de Jager. Georg Böhm (+1733), Komponist des Barocks und viele Jahre Organist an der St. Johannis Kirche zu Lüneburg, schrieb die Partita „Ach wie nichtig, ach wie flüchtig“. Mit feinem Gefühl für die Registrierung auf der historischen Rütter-Orgel brachte Theo Jellema das Werk zu Gehör. Es folgte der letzte Satz der Suite Nr. 5 in E-Dur des großen Georg Friedrich Händel (+1759). Einer Legende nach entstand die Idee zu diesem Stück, als Händel während eines schweren Sturms Zuflucht in einer Schmiede suchte und der harten Arbeit des Schmiedes zuschaute. Den melodiösen Klang der Hämmer verarbeitete der Komponist in der Basslinie der ersten Variation. Es folgten die beiden Fantasien von Georg Philipp Telemann. Die musikalische Linie blieb immer transparent.

Danach gab es ein „tänzerisches“ Thema das thüringischen Organisten und Komponisten Johann Gottfried Vierling (+1813) mit Variationen. Mit der „Fuge in D-Dur“ eines der bedeutendsten Vertreter der Romantik, Felix Mendelssohn-Bartholdy, zeigte Jellema die volle Klangpracht der zehn Register starken Rütter-Orgel. Leon Boellmann (+1897), französischer Organist und Komponist, wurde nur 35 Jahre alt, hinterließ aber mehr als 160 Kompositionen. In Düffelward erklang das aus der Messe I stammende „Offertoire in G-Dur“ aus dem Jahre 1896. Der niederländische Komponist und Bratschist, Cor Kint (+1944), wirkte die längste Zeit seines Lebens in Amsterdam. Sein „Scherzino in F-Dur“ aus dem opus 29,1 war wohl ursprünglich für das Harmonium komponiert. Jellema zeigte mit seiner eindrucksvollen Interpretation, dass das Werk auch auf der Kirchenorgel seine musikalische Ausdruckskraft nicht verfehlt.

„Laudes organi – Das Lob der Orgel“. Unter diesem Titel erklangen Variationen des niederländischen Komponisten, Dirigenten und Organisten Albert de Klerk (+1998) aus Haarlem. An den Schluss hatte Jellema Werke von Johann Sebastian Bach gesetzt. Umrahmt von zwei Teilen aus der „Kunst der Fuge“ erklang das „Allegro aus der Sonate d-moll“. Respektvoller und dankbarer Applaus der Besucher. Ein „würdiger“ Abschluss des internationalen Orgelherbstes in der Düffelt, in dem Jahr, da sich die Restaurierung der historischen Rütter-Orgel zum 30. Mal jährt. Auch ein Ausblick auf die Konzerte im nächsten Jahr wurde bereits gemacht: Die Termine des Jahres 2024 werden ausschließlich von Organistinnen bestritten. Weitere Infos unter www.musica-sacra-dueffelt.de



Rheinische Post am 03.10.2023

Der internationale Orgelherbst startete in Düffelward

VON WOLFGANG DAHMS | KLEVE-DÜFFELWARD


Nach der Begrüßung durch Pastor Theodor Prießen, der den Kirchenpatron der Düffelwarder Kirche, den Hl. Mauritius, in seine Einführung einband, wies Hans-Wilhelm Paeßens für den Förderverein musica sacra nicht ohne Stolz darauf hin, dass vor genau drei Jahrzehnten die Restaurierung der Rütter-Orgel aus dem Jahre 1856 ausgeführt wurde. Zur Eröffnung des internationalen Orgelherbstes 2023 hatte der Förderverein den aus Bonn stammenden Johannes Geffert, bis zum Jahre 2015 Professor für Orgel und Improvisation an der Hochschule für Musik in Köln, gewinnen können. Hans-Wilhelm Paeßens bezeichnete ihn in seiner Begrüßung als „Meister des Registrierens“. Um es vorwegzunehmen: Das Konzert war ein überzeugender Beweis dafür.

Zu Beginn stellte Johannes Geffert mit wenigen, sehr prägnanten und informativen Hinweisen seine Werkauswahl für die Orgelstunde vor. Dies ermöglichte den zahlreichen Besuchern eine gute Einordnung der ausgewählten Werke. Die Orgelstunde begann mit der Fantasie Nr. 2 F-Dur des nicht so oft zu hörenden Komponisten Johann Gottfried Müthel, der einer der letzten Schüler von Bach war und den eine lebenslange Brieffreundschaft mit dem Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel verband. Ein prächtiger Auftakt, dem eine Suite von Johann Caspar Ferdinand Fischer folgte. Fischer, der als Kapellmeister am badischen Hof in Rastatt fungierte und zurecht als ein „Großmeister der kleinen Form“ tituliert wird, zeichnete viele wechselnde Klangbilder, die von Johannes Geffert hervorragend interpretiert wurden. Auf die getragene Passacaglia d-Moll von Dietrich Buxtehude, der Organist die für eine Passacaglia charakteristische Baßfigur voranstellte, folgte das Concerto im frohen und hellen G-Dur von Herzog Johann Ernst von Sachsen-Weimar IV. in der Bearbeitung für Orgel von Johann Sebastian Bach. Schon in früher Jugend zeigte der junge Herzog, der bereits mit 19 Jahren einer schweren Krankheit erlag, eine große musikalische Begabung und erhielt eine umfassende Ausbildung durch den Weimarer Hofmusiker Eisenstein. Auch kam Johann Ernst mit dem großen Bach in Weimar in Berührung, der später einen Teil seiner Instrumentalkonzerte bearbeitete. Ein Konzert, das eigentlich – so Geffert – nicht auf der Rütter-Orgel zu spielen sei. Das hervorragende Spiel und die Unterstützung durch einen hilfreichen Registranten machten es dennoch möglich.

Im 18. Jahrhundert wurde die sogenannte Glasharmonika erfunden, die ihre Blütezeit zwischen 1770 und 1830 erlebte. In der Transkription für Orgel erklang die Sonate A-Dur von Johann Gottlieb Naumann. Fein und zart, dem Klang einer Spieluhr gleich, interpretierte Johannes Geffert das Werk. Kaum bekannt ist der österreichische Komponist Josef Anton Stepan (Steffan), der jedoch zu seinen Lebzeiten im 18. Jahrhundert in Wien als der brillanteste Cembalist der Metropole galt. Hier erklangen zum Abschluss seine Variationen zum Thema eines Marienliedes aus der „Mariazeller Prozession“.

Die große „Registrierkunst“ von Johannes Geffert ließ die aufgeführten Werke in hoher Transparenz erklingen, und die Zuhörer in der voll besetzten Düffelwarder Kirche – nicht ohne eine Zugabe - begeistert zurück.



Rheinische Post am 10.06.2023

Klever Organist zu Gast in Kekerdom

An der historischen Smits-Orgel konnte Christian Franken beim niederländische Publikum punkten.

VON WOLFGANG DAHMS | KEKERDOM


Der Förderverein „Musica Sacra in der Düffelt“ hatte für sein Orgelkonzert zum Dreifaltigkeitssonntag im niederländischen Kekerdom den aus Kleve stammenden Organisten Christian Franken, der seit 1994 als hauptberuflicher Kirchenmusiker in St. Antonius Kevelaer und St. Quirinus Twisteden tätig ist, gewinnen können. Für sein „Gastspiel“ an der historischen Smits-Orgel, erbaut 1864/65, mit ihren 15 Registern auf zwei Manualen und angehängtem Pedal hatte Christian Franken ein umfangreiches Programm zusammengestellt, durch das sich – gleichsam als roter Faden – der Bezug zur heiligen Dreifaltigkeit zog. Während des Konzertes wurden auch die Besucher durch das Singen vier gemeinsamer Lieder, auch diese thematisch abgestimmt, mit einbezogen. Ebenfalls positiv hervorzuheben: Christian Franken versah all seine Vorträge mit kurzen, prägnanten Erklärungen zu Komponisten und Werk. Gleich zu Beginn „überraschte“ der Organist die Zuhörer mit einer eigenen Orgelimprovisation, „Glöckchen von Kekerdom“. Da die historische Smits-Orgel jedoch über keine „Glockenregister“ verfügt, schuf Christian Franken mit dem gleichzeitigen Drücken mehrerer Klaviaturtasten mithilfe der so erzeugten Obertöne die „Illusion“ eines Glockenklangs. Ein gelungener, ganz besonderer akustischer Auftakt des Orgelkonzertes.

Schwerpunkte des Konzertes waren die Werke des großen Johann Sebastian Bach und seiner Zeitgenossen. Wie viele sind etwa Werken aus dem „Notenbuch für Anna Magdalena Bach“, das Johann Sebastian Bach für seine zweite Frau zusammenstellte, in ihrem Klavierunterricht begegnet. Das „Allegro Es-Dur“ daraus – immer wieder hörenswert und von Christian Franken in seiner Schlichtheit sehr gut interpretiert.

In dieser Reihe durften auch Georg Friedrich Händel mit dem „Larghetto in Es-Dur“ und Johann Pachelbel mit dem „Allein zu dir, Herr Jesu Christ“, bei dem Franken auch die „mächtigen“ Register der Smits-Orgel gekonnt zeigte, nicht fehlen. Nicht unerwähnt bleiben können die eigenen Orgelimprovisationen, die der ausführende Künstler im Laufe des Konzertes erklingen ließ. Beispielhaft seien hier sein „In Feuer und Sturmesbraus“ und „Aufbruch“ zum Ende hin genannt. Hier erklang noch einmal mächtig das Thema „Nun danket alle Gott“ und Christian Franken zeigte in Orgelimprovisationen, wie während des ganzen Konzertes, sein großes musikalisches Talent und seine hohen improvisatorischen Fähigkeiten.

Ein mit großer Sorgfalt und Kenntnis ausgewähltes Programm, bei dem auch das bekannte Bachsche „Präludium C-Dur“ aus dem „Wohltemperierten Klavier“, das der französische Komponist Charles Gounod für sein „Ave Maria“ verwendete, seinen Platz fand. Die Besucher durften sich in Kekerdom über ein äußerst abwechslungsreiches Programm freuen. Hier sind noch besonders zu erwähnen die „Sechs kleinen Präludien“ von Johann Sebastian Bach, die jeweils die Tonarten C-Dur, D-Dur und E-Dur den Tonarten c-Moll, d-Moll und e-Moll gegenüberstellen. Ein „reizvolles“ Hörerlebnis.

Den musikalischen Einfallsreichtum von Bach zeigte Christian Franken in seiner souveränen Interpretation der „Aria variata“ im italienischen Stil und 10 Variationen. Man spürte förmlich das Bemühen des Organisten, seine eigene Begeisterung für die vielen Facetten der Musik der „Königin der Instrumente“ auch auf die Zuhörerinnen und Zuhörer zu übertragen.

Das sehr konzentriert zuhörende Publikum spendete überaus dankbaren und respektvollen Beifall für die Gestaltung des Orgelkonzertes und vor allem die hervorragende Präsentation der Orgelwerke durch Christian Franken.

Weitere Informationen zur Konzertreihe sind unter www.musica-sacra-dueffelt.de abrufbar.



Rheinische Post am 23.05.2023

Die Orgel kann ein ganzes Orchester sein

In der Reihe „Classic for Kids“ hatte der Förderkreis ‚Musica Sacra‘ zum Familienkonzert eingeladen. Zu hören war „Peter und der Wolf“.

VON ANTJE THIMM | KLEVE-KELLEN


Sie kann zwitschern wie ein Vogel, quaken wie eine Ente, und sie kann auch beschwingt aufspielen wie viele Geigen zusammen – die Orgel heißt nicht umsonst die „Königin der Instrumente“, denn sie kann ein ganzes Orchester sein aufgrund ihrer beinahe unbegrenzten Möglichkeiten. Dies war zu erleben beim Familienkonzert in der St. Willibrord Pfarrkiche in Kellen.

Der Förderkreis Musica Sacra hatte für seine musikpädagogische Reihe „Classic for Kids“ das Musikmärchen „Peter und der Wolf“ von Sergei Prokofjew ausgewählt. Der Konzertorganist und Kantor in St. Cyriakus Krefeld-Hüls, Heinz-Peter Kortmann, spielte die Eisenbarth-Orgel, und Hörspielsprecher Hans-Wilhelm Paeßens vom Förderkreis las die Geschichte. Etwa 50 Zuhörer waren gekommen, darunter sehr zahlreich Kinder, die Hauptzielgruppe des Komponisten wie auch der Organisatoren von Musica Sacra.

Prokofjew schrieb das berühmte Stück, um Kindern die Charakteristik der Instrumente eines Sinfonieorchesters nahe zu bringen. Zur Einführung stellte daher der Sprecher Hans-Wilhelm Paeßens alle in der Geschichte vorkommenden Personen und Tiere vor, der Organist spielte die jeweiligen musikalischen Motive an und demonstrierte, dass die Orgel alle Instrumente, die im Stück vorkommen, täuschend echt imitieren kann. Peter ist der Junge, der fröhlich durch den Garten geht. Sein Thema ist eine heiter beschwingte Melodie auf der Violine.

Den Vogel, den Peter trifft, symbolisiert die Flöte mit einer hohen, schnellen Tonfolge voller Triller. Die Ente, vom Komponisten als Darstellerin der Oboe ausgewählt, freut sich, dass Peter das Gartentor aufgelassen hat und watschelt quakend zum See. Hinzu kommt die Katze, ihr Heranschleichen ‚erzählt‘ die Klarinette.
Das ernste und tiefe Fagott spielt den Großvater, der mit Peter schimpft, weil er das Gartentor vergas. Schließlich kommt der Wolf, bedrohlich wie er klingen die Hörner. Von der Orgel war an dieser Stelle ein tiefes Beben zu hören. Der Wolf frisst die Ente, die Jäger wollen den Wolf erschießen, aber Peter möchte das Tier lieber in den Zoo bringen, was am Ende auch gelingt. Nach der Einführung las Paeßens die Geschichte und illustrierte sie mit vielen lustigen Gesten. Damit sprach er die anwesenden Kinder an, die aufmerksam zu hörten.

Einige der jungen Zuhörer griffen die Gesten auf und machten mit zur Musik. Genauso hatte es der Komponist gewollt und eben auch die Veranstalter des Konzerts. „Musik hat eine inspirierende Wirkung auf Kinder und fördert auf vielfältige Weise deren Entwicklung“, so der Vorsitzende von Musica Sacra, Dieter Paeßens. Das Konzert war jedoch auch für die Erwachse nen ein Erlebnis, denn es zeigte die vielfältigen Möglichkeiten der Orgel.

Und nicht nur für die Kinder war es am Ende hochinteressant, das Instrument und den Organisten auf der Empore zu besuchen. Kortmann erklärte dort wie eine Orgel überhaupt funktioniert, wie die verschiedenen Register den Klang verändern und wie eigentlich die Lautstärke gesteuert wird. Er ließ die größte und tiefste und auch die kleinste und höchste Pfeife erklingen. Die Kinder stellten viele Fragen, einige wussten bereits, dass die Orgelpfeifen nur klingen, wenn Luft durch die Pfeifen strömt. Schließlich fragten die Kinder, ob sie auch einmal spielen dürften. Das durften sie, und es freute sie sehr.



Rheinische Post am 15.04.2023

Passionsmusik von „Musica Sacra“

Die kleine Dorfkirche St. Martinus in Bimmen war bei der Aufführung des Förderkreises voll besetzt.

VON WOLFGANG DAHMS | KLEVE-BIMMEN


Sie ist eine gute Tradition geworden, die Veranstaltung des Förderkreises „Musica Sacra“ in der Düffelt am Nachmittag des Karfreitags. Diesmal war die kleine Dorfkirche St. Martinus in Bimmen der Aufführungsort. Der veranstaltende Förderkreis durfte sich über ein bis auf den letzten Platz besetztes Gotteshaus freuen. Für die Pfarrgemeinde St. Willibrord Kleve begrüßte Pastor Theodor Prießen die Gäste. Ein empfehlender Hinweis galt dem Zweck der Kollekte des Konzertes, die im vollen Umfang dem Verein Ubu zugute kam, der sich um die Förderung behinderter Menschen im afrikanischen Uganda kümmert.

Dieter Paeßens, Vorsitzender des Fördervereins „Musica Sacra“ führte in das Konzert „Texte und Musik zum Karfreitag“ ein. Sieben Register zählt die historische Orgel in St. Martinus Bimmen, die vom „Meester Orgelmaker“ Antonius Friedrich Gottlieb Heynemann, der seine Werkstatt in Nijmegen betrieb, im Jahre 1778 (1983 restauriert) gebaut wurde. Als Organist konnte der in Keeken wohnhafte Benedikt Schwär, bis zum vergangenen Jahr hauptamtlicher Kirchenmusiker an St. Gudula Rhede, gewonnen werden.

Die Texte zum Konzert wurden im Wesentlichen dem Buch von Benediktinerpater Anselm Grün: „Sieben Schritte ins Leben“ entnommen. Hier hält Pater Anselm Grün, der eine Vielzahl von spirituellen Büchern verfasst hat, für jeden Tag der Woche vor Ostern Impulse zum Innehalten bereit.

Am Anfang stand eine „Fantasie in g-moll“ des deutschen Barockkomponisten Johann Pachelbel, der ab 1695 als Organist der Sebalduskirche in Nürnberg wirkte. Es folgten das „Präludium in Es-Dur“ und die „Fuge in G-Dur“ von Gottfried Homilius, vermutlich ein Schüler des großen Johann Sebastian Bach, und später Kantor an der Kreuzkirche in Dresden. Die sehr zum Nachdenken anregenden Impulse der Texte von Anselm Grün trug mit Hans-Wilhelm Paeßens ein Sprecher vor, der durch seine jahrzehntelange Erfahrung als Lektor in St. Willibrord Kellen mit der notwendigen Ruhe und Verständlichkeit agierte.

Die naturgemäß begrenzten Registrierungsmöglichkeiten der historischen Heynemann-Orgel nutzte Benedikt Schwär während der Passionsmusik gekonnt. Gleichsam „gemacht“ für das Instrument schienen die „Drei Stücke für eine Flötenuhr“ von Carl Philipp Emanuel Bach. Im 2. Satz des „Concerto del Sigr. Meck“ in der Bearbeitung von Johann Gottfried Walther ließ die Mixtur 2´ schon einen kleinen Blick auf das österliche Geschehen zu. Für die Besucher bot die Passionsmusik Texte und Orgelmusik zum Karfreitag mit einer Vielzahl von Impulsen und zum Nachdenken anregenden Texten. Musik und Sprache gingen hier durch die beiden sehr guten Ausführenden, Organist Benedikt Schwär und Sprecher Hans-Wilhelm Paeßens, eine gelungene Verbindung ein.

Bei der Vielzahl Impulse, die die Texte von Anselm Grün enthielten, war es zeitweise schwierig in der Fülle noch einen persönlichen Leitfaden zu behalten. Vielleicht wäre in diesem Fall etwas weniger an Denkanstößen und Text mehr gewesen. Dies tat jedoch dem sehr positiven Gesamteindruck keinerlei Abbruch. Die Besucher dankten Benedikt Schwär und Hans-Wilhelm Paeßens mit respektvollem Beifall für die Passionsmusik zum Karfreitag.



Rheinische Post am 14.04.2023

Musica Sacra startet „Classic for Kids“ in Kleve

Schwerpunkt der „Musica Sacra“-Konzerte war bisher die geistliche Orgelmusik an den historischen Orgeln von Düffelward, Kekerdom und Bimmen. Nun will man sich einem jüngeren Publikum öffnen.

KLEVE


„Ich träume also von einer Welt, in der jeder Mensch die Chance hat, Zugang zur klassischen Musik (den Künsten überhaupt) zu finden – unabhängig von Bildungsstand und Herkunft.“ Dieses Zitat des US-amerikanischen Stardirigenten und Generalmusikdirektors der Hamburgischen Staatsoper, Kent Nagano, hat den Förderkreis „Musica Sacra“ in der Düffelt inspiriert, ein Konzert zu veranstalten, das besonders Kinder und Jugendliche anspricht. „Peter und der Wolf“, das berühmte Musikmärchen von Sergei Prokofjew, wird am 14. Mai um 16.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Willibrord im Klever Stadtteil Kellen zu hören sein – und zwar nur von der Orgel, die gespielt wird von dem Krefelder Organisten Heinz-Peter Kortmann. Den Text wird Hans-Wilhelm Paeßens lesen.
Dieter Paeßens, der Vorsitzende des Förderkreises, hat die Lektüre des Buches „Erwarten Sie Wunder!“ von Kent Nagano begeistert: „Nagano beschreibt eindrücklich, wie wichtig es ist, so früh wie möglich im Leben mit der klassischen Musik in Berührung zu kommen. Daher möchten wir als Förderkreis auch musikpädagogisch etwas unternehmen. Wir möchten mit unserer neuen Reihe „Classic for Kids“ einen Beitrag zur Verwirklichung von Naganos Traum leisten.“
Schwerpunkt der „Musica Sacra“-Konzerte war bisher die geistliche Orgelmusik an den historischen Orgeln von Düffelward, Kekerdom und Bimmen. „Nun möchten wir uns einem jüngeren Publikum öffnen“, so Paeßens. Gerade Kinder fänden schnell und leicht den Zugang zur Klassik, wenn er ihnen geboten werde. „Peter und der Wolf“ eigne sich bestens, um Kinder zunächst mit der Geschichte vertraut zu machen, so dass sie die Musik dann intensiver erleben können. So hat der Förderkreis im Vorfeld einen Malwettbewerb ausgeschrieben.
Etwa 70 Kindertagesstätten und Grundschulen in Kleve und Umgebung wurden angeschrieben mit dem Hinweis, dass es drei Preise in unterschiedlichen Altersklassen geben wird. Alle eingereichten Bilder zur Geschichte, die das Musikstück erzählt, werden beim Konzert in der Kirche ausgestellt. In dem Brief an die Schulen und Kindergärten betont Paeßens, dass gerade in diesen Einrichtungen alle Kinder ohne Unterschiede an die Musik herangeführt werden können. Er zitiert Nagano: „Die Schule ist der einzige Ort, an dem Musik für Kinder jeder Gesellschaftsschicht erreichbar wäre.“
Dass Musik und Kunst in Schulen wieder einen höheren Stellenwert bekommen, ist Paeßens, wichtig. Gerade diese Fächer ermöglichten die Entwicklung von Kreativität. Die Geschichte von „Peter und der Wolf“ eigne sich auch hervorragend als Unterrichtsprojekt. Paeßens könnte sich noch mehr Zusammenarbeit mit den Schulen vorstellen: „Es gibt einen Bausatz für eine Pfeifenorgel, den zum Beispiel Grundschüler zusammenbauen können. Dabei lernen sie, wie überhaupt eine Orgel funktioniert.“ Für die Anschaffung des Bausatzes brauche es jedoch Geld, das der Förderkreis nicht ohne Sponsoren aufbringen könnte. Etwa 25 Mitglieder hat der 1993 gegründete Förderkreis, der Eintritt zu den Konzerten ist stets kostenlos, Spenden sind jedoch willkommen.
Dass „Peter und der Wolf“ einmal nicht von verschiedenen Instrumenten gespielt wird, hat seinen besonderen Reiz. Schließlich ist die Orgel das Instrument beinahe unendlicher Möglichkeiten, die Zuhörer dürfen gespannt sein. Auch Kaplan Christoph Hendrix freut sich auf die Veranstaltung. Die Kirche, so betont er, sei ein sehr geeigneter Ort, Musik zu hören und zu erleben.
Bilder für den Malwettbewerb zum Konzert „Peter und der Wolf“ können bis zum 30. April beim Pfarrbüro St. Willibrord Kellen, Willibrordstraße 21, 47533 Kleve eingereicht werden. Sie sollen DIN-A-4-Größe haben und die Rückseite mit Namen, Alter, Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer versehen sein.



Die historischen Orgeln der Düffelt

Rütter-Orgel

Die Rütter-Orgel in St. Mauritius Düffelward wurde 1856 durch den in Kevelaer ansässigen Orgelbauer Wilhelm Rütter erbaut, dessen Wirken sich über den ganzen Niederrhein und Teile der Niederlande erstreckte. Im Jahre 1993 wurde die Orgel vom Orgelbaumeister Friedrich Fleiter aus Münster in Zusammenarbeit mit dem Orgelsachverständigen des Bistums Münster, Ekkehard Stier, und dem Orgelsachverständigen des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege, Dr. Franz-Josef Voigt, restauriert. Bei diesem Instrument handelt es sich um eine einmanualige Schleifladenorgel, die über zehn Register verfügt. Zwei dieser Register sind dabei in Bass und Diskant geteilt (Bourdun 16’ und Trompete 8’). Das Pedal ist „angehängt“ und verfügt dadurch über keine eigenen Register. Die Pedalklaviatur hat einen verkürzten Umfang (C-g), so dass daher die Literaturauswahl von vornherein stark eingeschränkt ist. Ebenfalls sind die Tastenabstände der Pedale erheblich geringer, als dieses heute üblich ist. Das Spielen der Pedalklaviatur ist somit sehr gewöhnungsbedürftig. Der Spieltisch ist seitlich angebaut. Die Manualklaviatur verfügt im Hinblick auf die Spieltraktur über einen sehr harten und etwas geräuschvollen Anschlag. Auf den Innenseiten der hölzernen Prospektattrappen (Pfeifen 1 und 27) lassen sich folgend eInschriften ablesen: „W. Rütter, Orgelbauer in Kevelaer, hat diese Orgel gebaut im Jahre 1856“ und „Orgelbauer W. Rütter hat diese Orgel im Jahre 1856 angefertigt mit seinem Gesellen Johann Winkes. Somit konnten die ursprünglichen Vermutungen, dass die Pfeifenattrappen im Prospekt zu einem späteren Zeitpunkt eingebaut worden sind, endgültig ad acta gelegt werden. Einen stummen Prospekt zu bauen ist für diese Zeit und den Erbauer recht ungewöhnlich, sodass die Vermutung gehegt wurde, ein klingendes Register könne ursprünglich an Stelle der bronzierten Holzattrappen, dessen Zinnpfeifen im ersten Weltkrieg als „Kanonenfutter“ zweckentfremdet wurden, gestanden haben. Der „Zahn der Zeit“ hatte im Laufe der Jahre stark an der Rütter-Orgel genagt, so dass eine Restaurierung als substanzerhaltende Maßnahme dringend geboten schien. Durch starken Holzwurmbefall waren alle Holzteile stark in Mitleidenschaft gezogen. Vorhandene Holzpfeifen mussten restauriert aber auch vielfach nach vorgegebenem Muster kopiert werden. Die Pfeifenbrettchen wurden wegen zu starker Verwurmung alle neu gefertigt; die Windlade sowie die Klaviatur und die Pedalklaviatur wurden komplett überarbeitet, die Registerknöpfe vorbildgetreu neu in Birnbaum gedrechselt und Dach und Rückwand wurden aufgrund der starken Wurmschäden ebenfalls kopiert. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang auch die gerade angesprochenen Restaurierungsarbeiten des Gehäuses: Das neugotische, in massiver Eiche gearbeitete Orgelgehäuse wies schon augenscheinlich erhebliche Mängel auf. Es fehlten die Bekrönungen für den Mittelturm und die beiden Seitentürme. Des Weiteren zeigten sich an der Gehäusefront massive Schäden, insbesondere auch im Hinblick auf entfernte Schnitzereien. So schreibt der Orgelsachverständige des Bistums Münster, Ekkehard Stier, in seinem Orgelabnahmebericht vom 23.11.1993: „Das schöne neugotische Gehäuse hat in der nachkonziliaren Zeit seinen Zierrat weitgehend verloren. Man fühlt sich in die Zeit der Wiedertäufer versetzt, die in Münster seinerzeit fleißig Bildersturm betrieben haben.“ Durch vergleichende Studien – insbesondere mit dem Orgelgehäuse der Rütter-Orgel in Till – wurden die fehlenden Schnitzereien stilgerecht ergänzt. Am metallenen Pfeifenwerk wurden ebenfalls erhebliche Mängel festgestellt, die nicht zuletzt auch auf eine unsachgemäße Wartung der Orgel zurückzuführen waren: Hier mussten aufgerissene Stimmschlitze und gebrochene Pfeifenfüße gelötet werden. Kerne wurden gerichtet, Pfeifen gerundet und teilweise angelängt. Die im Laufe der Zeit entfernte Originaltrompete wurde nach dem Vorbild der Trompete inder Rütter-Orgel in Wissel rekonstruiert. Durch eine zurückhaltende Intonation fügt sich dieses Register gut in den Gesamtklang der Orgel ein. Der aus den 30er-Jahren stammende Motor der FirmaMeidinger wurde durch einen neuen, mit einem schallschluckenden Kasten umgegebenen, Motor(Langsamläufer) ersetzt. Die vorhandene Tretvorrichtung zur mechanischen Winderzeugung wurde ebenfalls wieder instandgesetzt. Am Ende der Restaurierungsarbeiten stand die Nachintonation des Instrumentes, die den ursprünglichen romantischen Klangcharakter der Orgel berücksichtig und der Größe des Kirchenraumes angepasst ist. Durch die Stimmung des Kammertones a mit (lediglich) 430 Herz klingt die Rütter-Orgel sehr grundtönig.
Die Disposition im Einzelnen:
  • Bourdun (Bass / Diskant) 16‘
  • Prinzipal 8‘
  • Viola da Gamba 8‘
  • Hohlpfeife 8’
  • Oktave 4’
  • Rohrflöte 4’
  • Quinte 3‘
  • Oktave 2‘
  • Mixtur 3-fach
  • Trompete (Bass / Diskant) 8‘
Manual: C - f'''
Pedal angehängt (verkürzt): C - g

In seinem Abnahmegutachten schreibt der Orgelsachverständige des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege, Dr. Franz-Josef Voigt, die Restaurierungsarbeiten abschließend folgendermaßen: „Die am historischen Instrument orientierte Restaurierung kann als mustergültig und gelungen bewertet werden.“ Über die Restaurierung liegt eine Dokumentation der Firma Fleiter vor, die mit reichlichem Bildmaterial einen Vergleich „vorher“ und „nachher“ möglich macht. Insgesamt bleibt festzustellen, dass die Rütter-Orgel in St. Mauritius Düffelward das einzige Instrument dieser Zeit ist, das in unserer Region noch in seinem Originalzustand erhalten ist.

Heynemann-Orgel

Die Heynemann-Orgel in St. Martinus Bimmen wurde 1778 durch den Orgelbauer Antnius Friedrich Gottlieb Heynemann erbaut. Sein Vater war vermutlich ebenfalls Orgelbauer. Von ihm sind im hessischen Raum noch etliche Werke erhalten. Im heimischen Laubach dürfte Heynemann von seinem Vater erste Kenntnisse über den Orgelbau erhalten haben. Seine Werkstatt richtete Heynemann später aber im niederländischen Nijmegen ein. Heynemann galt in Fachkreisen als angesehener Orgelbauer, der„kundig“, „beroemt“ und „Meester Orgelmaker“ genannt wurde. Insbesondere seine Restaurierungsarbeiten, so z.B. in Gouda oder s’Hertogenbosch, stießen auf positive Resonanz. Aufgrund der Auftragslage war er hinsichtlich Orgelneubauten jedoch nur mit kleinen Arbeiten betraut, die er im Stile des Rokoko errichtete. So auch die Bimmener Orgel: Es handelt sich hierbei um eine einmanualige Schleifladenorgel mit sieben Registern, die ursprünglich ohne Pedal gebautwurde (Positiv). In der Disposition finden sich überwiegend Register auf 4’- und 2’-Basis, die eine für die Zeit typisch helle Klangfarbe erzeugen. Im 19. Jh. wurde die Orgel geringfügig verändert. An die Stelle der Quinte 3’ rückte ein Melophone 8’ (diese Bezeichnung kam erst im 19 Jh. auf) und der Dulcian 8’ wurde durch einen Salcional 8’ ausgetauscht. 1983 wurde die Heynemann-Orgel durch die Orgelbaufirma Verschueren in Heythuysen, NL (bei Maastricht) nach dem Grundsatz, so viel wie möglich zu erhalten und so wenig wie möglich zu erneuern, restauriert. Der Dulcian 8’ wurde rekonstruiert, die Mixtur 2-fach um einen dritten Chor ergänzt und - dem Wunsch der Gemeinde entsprechend – eine Pedalklaviatur angehängt. Zur ursprünglichen Substanz der Orgel zählt das Gehäuse, die Windlade, fünf Register und die Registerknöpfe mit Porzellanschildchen (sechs von sieben). Nicht ursprünglich ist die Klaviatur sowie zwei der Register und das Pedal (s. o.). Der Abgeschiedenheit von Bimmen verdankt es die Orgel, erst spät ins Bewusstsein der Öffentlichkeit getreten zu sein. Sünden der Restaurierungen in den 50er und 60er Jahren, die meist nicht am historischen Vorbild orientiertwaren, blieben ihr somit erspart. Auch im ersten Weltkrieg blieb die Orgel während des Orgel- und Glockenvernichtungsjahres 1917 von Zerstörung und Zweckentfremdung verschont. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch das vor einiger Zeit wieder aufgefundene Dokument, das im Jahre 1780 von Friedrich Graf von Byland verfasst und mit seinem Wachssiegel beglaubigt wurde. In diesem Schreiben geht es um die Anschaffung der neuen Orgel, und es legt fest, dass einer der drei Küstersöhne der Familie van Haaren die Musik erlernen und künftig die Heynemann-Orgel in der Bimmener Kirche „schlagen“ solle.
Die Disposition im Einzelnen:
  • Bourdun 8’
  • Praestant 4’
  • Fluit 4’
  • Melophone 4’
  • Octaaf 2’
  • Mixtur 2 St.
  • Dulcian 8’
Die Heynemann-Orgel steht ebenfalls unter Denkmalschutz und ist die älteste vorzufindende Orgel am unteren Niederrhein.

Smits-Orgel

Die Smits-Orgel (1864/65) in der St. Laurentiuskerk zu Kekerdom (NL) wurde in den Jahren 1864/65 durch die Orgelbaufirma Smits erbaut und am 07.09.1865 übereignet. Bei der letzten Restaurierung (1982) wurde eine Bleistiftinschrift in der Orgel gefunden: „W. J. Smits orgelmaker 1865“, sodass mit gesicherter Erkenntnis davon ausgegangen werden kann, dass Wilhelm Jacobus Smits (1844 – 1929) das Pfeifeninstrument erbaute. Die Orgel wurde 1864/65 nicht völlig neu geschaffen, sondern es wurden Teile der Vorgängerorgel wiederverwendet, nämlich das Orgelgehäuse mit den Prospektpfeifen und das Pfeifenwerk der Register Bourdon 16´ (die größten 24 Pfeifen), Portunaal 8´ discant (c‘- c‘‘‘) und die Mixtur ab dem großen D. Aus diesem wiederverwendeten Material lässt sich ableiten, dass die alte Orgel einen für das 18 Jahrhundert typischen Tonumfang von C bis c‘‘‘ hatte und die Tonhöhe einen halben Ton über dem gegenwärtigen gebräuchlichen lag. Smits intonierte die Orgel 1865 einen halben Ton niedriger als gegenwärtig gebräuchlich (Kammerton a entspricht 415,3 Herz). Das Pfeifenwerk der Mixtur wird auf die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts geschätzt, das Portunaal trägt die „Handschrift“ von A. F. G. Heynemann (von 1781 an ansässig in Nijmegen und 1804 in Rotterdam verstorben), der auch die Bimmener Orgel baute. Dieser bedeutende Orgelbauer hat offensichtlich an der Kekerdomer Orgel gearbeitet und dürfte zwischenzeitlich für deren Instandhaltung zuständig gewesen sein. Die Orgel bekam 1865 eine Disposition mit fünfzehn Registern, die auf zwei Manuale und angehängtem Pedal verteilt wurden: Hauptwerk:
  • Bourdon 16‘ - bas / discant
  • Prestant 8‘
  • Holpijp 8‘
  • Portunaal 8‘ – discant
  • Prestant 4‘
  • * Dulcena 4‘
  • * Quinte 3‘
  • Octaaf 2‘
  • Mixtur 1‘ (3 sterk)
  • Trompete 8‘ – bas / diskant
Unterpositiv:
  • Holpijp 8‘
  • * Viola da Gamba 8´
  • Holpijp 8‘ Fluit 4´ - bas / discant
  • * Piccolo 2´
  • Prestant 4‘ * Harmonica 8´
Die mit * gekennzeichneten Register wurden nicht bereits 1865 verbaut, sondern erst später mit der Restaurierung im Jahre 1982 hinzugefügt; Ausnahme: Viola di Gamba 8‘, die vermutlich 1916 eingebaut wurde.

Manual: C - f'''
Pedal angehängt (verkürzt): C - f

Im Jahre 1872 schlug der Blitz in den Turm der Laurentiuskirche ein, wodurch insbesondere die Windversorgung der Orgel beschädigt wurde. Smits fertigte deshalb im folgenden Jahr neue Bälge. Im Zuge der Reparatur der Orgel wurde auch die Orgelbühne vergrößert und von A. Dinnissen aus Vierlingsbeek diverse neugotische Ornamente am Orgelgehäuse angebracht. 1897 wurde von J. Winkels, Orgelmaker zu Boxmeer, eine größere Reparatur an der Orgel ausgeführt. Eine weitere Reparatur wurde im Jahre 1916 nötig, die vermutlich ebenfalls durch J. Winkels bewerkstelligt wurde. Wahrscheinlich ist damals auch das Register „Viola da Gamba“ eingebaut worden und zugleich bekamen die Tasten der Manuale neue Beläge, jetzt aus Zelluloid. Eine Anzahl der Prospektpfeifen und diverse Innenpfeifen des Positivs wurden 1944/45 durch Kriegsschäden unwiderruflich zerstört. Die Gebrüder Vermeulen zu Weert ersetzten sieben Pfeifen des Prospekts durch neue – aus Kostengründen aus Zink gefertigte – Pfeifen. Die beiden Flöten des Positivs wurden mit neuen Pfeifen angefüllt, die sich jedoch in Material und Klangcharakter gut in das Werk einfügen. Auf Grundlage eines federführend von J. J. van der Harst (advisiteur bij de restauratie) 1976 erstellten Orgelgutachtens zu dem seinerzeit verschlissenen und unbespielbaren Zustand des Instruments wurde 1982 im Zusammenhang mit der Kirchenrestaurierung auch eine vollständige Erneuerung der Orgel umgesetzt. Nach Entfernung der Balustrade und Beseitigung der neogotischen Hinzufügungen am Orgelgehäuse ist das Instrument wieder komplett mit dem farblich rekonstruierten Unterpositiv in seiner Gesamtheit von der Kirche aus einsehbar. Auch wählte man ein komplett neues Frontpfeifenwerk (wegen des unbrauchbar schlechten Zustandes der Pfeifen im Unterpositiv und des vorgefundenen Konglomerats unterschiedlicher Pfeifensorten aus Blei, altem und neuem Zink sowie aus Holz. Die alten Pfeifen wurden jedoch aufbewahrt und befinden sich im Turm der Kirche. Das Instrument selbst ist durch den Orgelbauer Vermeulen mit größter Sorgfalt wieder hergestellt worden. Windlade und Mechanik, Klaviatur und Pfeifenwerk sind, soweit notwendig, nach dem Vorbild von Smits neu gefertigt worden. Für das neue Pfeifenwerk standen die Smits-Orgel in Schijndel und Ravenstein Modell. Die Tastenbeläge sind nach dem Vorbild der Smits-Orgel in Macharen (Untertasten schwarz und Obertasten weiß) rekonstruiert. Trotz der unterschiedlichen Bau- und Wiederherstellungszeiten präsentiert sich die Orgel visuell und klanglich als Einheit. Die gute Akustik und die angenehme Spielart sind für jeden Organisten inspirierend und laden zu einer Vielzahl von Klangvariationen ein.

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